Erfolgreich in der DJ Szene Deutschland

Definitorische Grundlagen 10 ihren Bann und animieren es zum Tanzen. 46 DJs sind i. d. R. Solo-Künstler und treten selten auch als Duo auf. 47 Arbeitswerkzeug der DJs war und ist zum Teil heute noch die Vinyl-Platte, welche auf dem DJ-Pult abgespielt wird. 48 Üblicherweise bestand dieses DJ-Pult früher aus zwei Plattenspielern und einem Mischpult. 49 Es besaß einen Schalter fürs Vorhören. Wenn eine Platte lief, drückte der DJ auf den Knopf, um die nächste Platte von dem jeweils anderen Plattenspieler vorzuhö- ren. Das Publikum konnte dies nicht hören. Dann suchte er den Startpunkt der Platte, die er als Nächstes spielen wollte, um Pausen zwischen den Liedern zu vermeiden. 50 Die Technik des Vorhörens ist auch heutzutage noch üblich, allerdings wurden die Plattenspieler mittlerweile durch digitale Player und einem digitalen Mischpult ersetzt. 51 Dieses hat den ikonischen Status wie die Gitarre bei einem Rockmusiker. 52 Die Kunst der Tätigkeit eines DJs besteht mittels des Vorhörens darin, schon vorher zu wissen, welches Lied darauffolgend gut ankommt. 53 Dadurch, dass der DJ keine Lücken zwischen den einzelnen Tracks beim Abspielen zulässt, erzeugt er eine Endlos-Schleife von hoher Intensität, welche die Besucher in einen permanenten Trance-Zustand und Erregungsphasen 54 versetzt. Ein guter DJ zeichnet sich durch ein perfektes „Beatmatching“, d. h. taktgenaues Angleichen der Geschwindigkeiten zweier Tracks aus und generiert somit einen permanenten Musik- Fluss. 55 Die Besucher befinden sich dadurch in einer Art berauschenden Zustand, der durch rhythmische und melodische Monotonie weiter verstärkt wird und dadurch das Erlebnis des Club-Besuches wesentlich mitentscheidet. 56 Die Besucher werden von der Musik des DJs auf 46 Vgl. Poschardt (2015), S. 264; Fraser (2012), S. 501; Montano (2011), S. 65; Schneider (2009), S. 43; Wilke (2009), S. 346; Herman (2006), S. 21; Nieswandt (2002), S. 13; Reighley (2000), S. 13; Hövel (1999), S. 34; Franz et al. (1980), S. 9. 47 Vgl. Sicko (1999), S. 11. 48 Vgl. Poschardt (2015), S. 276 ff.; Fikentscher (2013), S. 127; Garnier, Brun-Lambert (2013), S. 224; Nye (2011), S. 65; Riedel, Schreiter (2004), S. 19; Nieswandt (2002), S. 64. 49 Vgl. Poschardt (2015), S. 292 ff.; Garnier, Brun-Lambert (2013), S. 35; Reitsamer (2013), S. 89; Wilke (2009), S. 319; Schilling (1986), S. 82 f. 50 Vgl. Westbam (2015), S. 73 f.; Garnier, Brun-Lambert (2013), S. 24; Reighley (2000), S. 25, 111; Franz et al. (1980), S. 9. 51 Vgl. Poschardt (2015), S. 133; Attias (2013), S. 23, 26; Garnier, Brun-Lambert (2013), S. 275; Mon- tano (2010), S. 398. 52 Vgl. Nye (2011), S. 89; Montano (2010), S. 399. 53 Vgl. Westbam (2015), S. 76; Janson (2010), S. 17. 54 Dies wird auch als „Flow“ bezeichnet; vgl. Fikentscher (2013), S. 142; Montano (2011), S. 65; Rietveld (2011), S. 10; Montano (2009), S. 82; Reighley (2000), S. 134. 55 Vgl. Hurley (2015), S. 75; Attias (2013), S. 24; Reitsamer (2013), S. 97; Mathei (2012), S. 55; Schneider (2009), S. 108. 56 Vgl. Hitzler, Niederbacher (2010), S. 155; Montano (2009), S. 82; Mezger (1980), S. 30, 136. Hall, Zu- kic (2013), S. 107 formulieren dies folgendermaßen: „By meshing together tracks in beautiful, unexpected harmony, the DJ completes the digital seduction of our ears.”

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