Erfolgsstrategien für DJs

Definitorische Grundlagen 11 eine Art musikalische Reise geschickt. 57 Durch Rhythmuswechsel und Intensitätsvariationen in der Musik beeinflusst der DJ die Stimmung der Besucher. 58 Sie verbleiben oft 12 Stunden und länger in ein und derselben Lokalität und tanzen nicht selten über einen Erschöpfungszustand hinaus. 59 Im Sinne einer negativen Abgrenzung wird mit dem Begriff DJ ein Musiker assoziiert, der kein richtiges Instrument spielt und keine handgemachte sondern per Knopfdruck produzierteMusik kreiert. 60 Dennoch sind DJs moderne Musiker und Virtuosen, da es spezielles Wissen bedarf, um Software zum Auflegen und Produzieren 61 von elektronischer Musik zu beherrschen. 62 Der DJ ist frei in der Gestaltung innerhalb seines anspruchsvoll zusammengestellten Musikkon- zepts, auf das er sich i. d. R. im Vorfeld vorbereitet. 63 Im Gegensatz zu konventionellen Mu- sikproduzenten komponieren DJs keine Lieder im klassischen Sinne. 64 Insofern löst der DJ den herkömmlichen Künstlerbegriff ab und reetabliert ihn in renovierter Form. 65 Im Gegensatz zu den Besuchern eines Konzerts von einer Band oder eines Orchesters, bei welchem die Musik live vorgetragen wird, gehen Fans von elektronischer Musik auf eine Veranstaltung, bei der eventuell der Track ihres favorisierten Künstlers innerhalb eines Mixes mit anderen Musikstü- cken von einem DJ abgespielt wird. 66 Der DJ benötigt einen speziellen Platz in der Disco 67 , von wo aus er die Tanzfläche und das Geschehen gut überblicken kann. 68 Er sollte die Stimmung der Besucher von seinem Pult aus wahrnehmen können, denn das Ergebnis seiner Arbeit ist abhängig von seinen Zuschauern, wie auch bei anderen Dienstleistungen, bei denen ein externer Faktor konstitutives Element der Leistungserbringung ist. 69 Durch die meist erhöhte Position des DJs ist eine Wahrnehmung 57 Vgl. Fikentscher (2013), S. 143; Rietveld (2011), S. 10; Nieswandt (2002), S. 37, 153. 58 Vgl. Rietveld (2011), S. 9; Montano (2009), S. 85. 59 Vgl. Rietveld (2011), S. 6, 10; Haemmerli (1999), S. 248. 60 Vgl. Poschardt (2015), S. 467; Fraser (2012), S. 500; Numinos (2010), S. 57 ff.; Herman (2006), S. 22; Müller-Bachmann (2002), S. 127. 61 Beim Produzieren von elektronischer Musik handelt es sich um eine elaborierte Tätigkeit des DJs, welche in Form einer Vorbereitung auf das Auflegen zumeist im Studio bzw. zu Hause erfolgt. Das Produzieren von Tracks hat sich seit den 90ern etabliert; vgl. Rapp (2014), S. 219; Reitsamer (2013), S. 135. Vgl. hierzu auch Kapitel 5.2. 62 Vgl. Rapp (2014), S. 235; Attias (2013), S. 24; Mathei (2012), S. 56; Herman (2006), S. 36; Reighley (2000), S. 11; Rose (1999), S. 225. 63 Vgl. Rapp (2014), S. 24; Garnier, Brun-Lambert (2013), S. 15; Reitsamer (2013), S. 97. 64 Vgl. Reitsamer (2013), S. 135. 65 Vgl. Poschardt (2015), S. 24. 66 Vgl. Fraser (2012), S. 500; Sperlich (2007), S. 178. 67 Der Begriff „Disco“ wird innerhalb des Kapitels 2.2 näher erläutert. 68 Vgl. Schilling (1986), S. 82 f. 69 Vgl. Attias (2013), S. 41 f.; Hall, Zukic (2013), S. 111; Lange, Bürkner (2013), S. 160; O'Grady (2012), S. 95; Reighley (2000), S. 5, 134; Waltmann (1998), S. 39.

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