Erfolgreich in der DJ Szene Deutschland

Definitorische Grundlagen 14 monoton, metallisch und sogar maschinenförmig angesehen werden, welche allerdings ein gro- ßes Publikum begeistern. 85 Die elektronische Musik fördert eine stark körperbezogene Tanzkultur, da sie physische Akti- vität hervorruft. 86 Die Körpersprache ist folglich das wichtigste Verständigungsmittel auf Ver- anstaltungen in der elektronischenMusikszene; es kommt darauf an, wie man sich bewegt, tanzt und sich kleidet. 87 Im Rahmen dieser Veranstaltungen „werden gemeinsam erlebte Grenzerfah- rungen am und durch den eigenen Körper beim Tanzen erlebt und vermittelt, die mit, aber auch ohne Drogenkonsum in einem tranceartigem Rauschzustand münden können.“ 88 Das Tanzen auf einer elektronischen Musikveranstaltung erfolgt selbstbezogen, aber gleichzeitig auch kol- lektiv-bildend. 89 Die elektronische Musik ist ein globales, homogenes Phänomen, d. h. Club- Besucher finden in jedem Land die gleichen Tanzformen und Spielregeln auf entsprechenden Veranstaltungen vor. 90 Aus diesem Grund spricht man von einer Szene. In einer Szene sozialisieren sich Personen (in diesem Fall die zuvor erwähnten Club-Besucher), d. h. sie sympathisieren mit der in der Szene vorherrschenden Kultur. Mit anderenWorten stellt die elektronische Musik ein soziales Phänomen dar. 91 Dies äußert sich darin, dass entspre- chende Personen ihr angehören wollen und sich eine gleiche Symbolik aneignen sowie einen gewissen Lebensstil adaptieren. 92 Durch das geteilte Interesse an der elektronischen Musik ent- wickeln Szenemitglieder typische Einstellungen, Handlungs- und Umgangsweisen. 93 Die ge- meinsame Inszenierung hat einen ungebundenen, individuellen Charakter. 94 Die Szenemitglie- der müssen sich nicht zwangsläufig persönlich kennen, um sich als Gleichgesinnte identifizie- ren zu können. 95 Das Gefühl der Zusammengehörigkeit bezieht sich nicht zwangsläufig auf geografische Orte und persönliche Interaktionen, sondern als Gemeinschaftsgesinnung, die durch Medien, Technologien, Ideologien und Vorbilder induziert wird. 96 Denn die der Szene 85 Vgl. Hinz (2002), S. 149. 86 Vgl. Müller-Bachmann (2002), S. 135. 87 Vgl. Mezger (1980), S. 129. 88 Müller-Bachmann (2002), S. 135; ähnlich: Fraser (2012), S. 501 f. 89 Vgl. Rietveld (2011), S. 10; Wu (2010), S. 71. 90 Vgl. Mezger (1980), S. 51. 91 Vgl. Lange, Bürkner (2013), S. 154; Sicko (1999), S. 28; Schäfer, Waltmann, Schäfers (1998), S. 32. 92 Vgl. Müller et al. (2002), S. 14 f. 93 Vgl. Reitsamer (2013), S. 29; Hitzler, Niederbacher (2010), S. 155. 94 Vgl. Müller-Bachmann (2002), S. 135. 95 Vgl. Reitsamer (2013), S. 29; Hitzler, Niederbacher (2010), S. 157. 96 Vgl. Van Straten (2012), S. 68.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjY5