Erfolgsstrategien für DJs

Entwicklung der elektronischen Musikszene 24 ein Download von digitalen Musiktracks möglich ist. 185 Das Internet ist Treiber von einer Viel- zahl von Ursachen des Wandels der elektronischen Musikszene, wie in verschiedenen Ab- schnitten in Kapitel 4 verdeutlicht wird. Zudem ist die elektronische Musikszene sehr fragmentiert. Durch die Entwicklung zu einem Mainstream-Phänomen gibt es mittlerweile unzählige Varianten und Sub-Stile. 186 Neben der musikalischen Fragmentierung wird zudem eine Zersplitterung der Anhänger der elektroni- schen Musikszene imHinblick auf geografische und ethnischeMerkmale moniert. 187 Aufgrund der disharmonischen Entwicklung der Musik einerseits und der Anhängerschaft andererseits, konnte sich die Szene nicht weiterhin positiv entfalten. Betrachtet man die heutige Beziehung dieser Anhängerschaft, d. h. Besuchern, zu DJs und Dis- kotheken, so kann man auch hier – ähnlich wie bei der Beziehung zwischen DJs und Veranstal- tern – negative Entwicklungen feststellen. „Mit der Jahrtausendwende erreicht die Hochkon- junktur der globalen Techno-Kultur ihr Ablaufdatum. […] Die deutschsprachige „Raving Society“ […] findet immer weniger Anklang.“ 188 Ursprünglich unvergleichbare Veranstaltun- gen wie die Mayday, die als „Woodstock des Technos“ gefeiert wurde, 189 oder das Open Air Festival NATURE ONE haben sich zu gewöhnlichen und nicht mehr aufsehenerregenden Events entwickelt, die regelmäßig gleichermaßen ablaufen. Sie sind zu Massen-Phänomenen geworden, bei denen sowohl das Publikum als auch die DJs austauschbar sind und die lediglich aufgrund ihres Formats und der Erlebnis-Garantie und nicht wegen der Musik bei jungen Leu- ten beliebt sind. 190 Dies verdeutlicht auch Abbildung 4, in der sich Festivals als beliebtestes Musik-Event hervortun und Clubs deutlich weniger Resonanz haben. 185 Vgl. Experteninterview 1 (Anhang 4); Hartmann (2013), o. S.; Montano (2010), S. 398; Schneider (2009), S. 13; McGregor, Gibson (2009), S. 282; Reighley (2000), S. 223. 186 Vgl. Vitos (2014), S. 2; Lange, Bürkner (2013), S. 155; Reitsamer (2013), S. 73; Antonakis (2012), S. 53; Sicko (1999), S. 189. 187 Vgl. Fikentscher (2013), S. 138. 188 Reitsamer (2013), S. 81. 189 Vgl. Westbam (2015), S. 215. 190 Vgl. Expertentinterview 5 (Anhang 10); Petiau (2015), S. 118; Gustke (2012 b), S. 31; Montano (2011), S. 64; Nye (2011), S. 68. Fikentscher (2013), S. 140 beschreibt dies folgendermaßen: „At these large-scale dance events such as […] Mayday in Dortmund […] the musical preference of this crowd is irrelevant. Since the late 1990s thousands have been crammed into sporting arenas to attend ‘DJ concerts’ by so-called ‘arena DJs’. The relative anonymity of the individual dancer at events and venues of this scale is also height- ened when two or more DJs are scheduled to play, which is often the case. At times, massive raves or DJ festivals feature a line-up of up to 20 or 30 DJs playing to hundreds of thousands of people in the course of several days.”

RkJQdWJsaXNoZXIy MjY5