Erfolgsstrategien für DJs

Analyse der Probleme und Ursachen 53 wichtig, dass er das Publikum hinsichtlich Alter, kulturellem Hintergrund, Atmosphäre auf der Tanzfläche etc. analysiert und daraufhin die Musikauswahl vornimmt. 328 Er sollte hierbei sogar das Ambiente des Veranstaltungsorts berücksichtigen. Während des Auflegens gilt es dann, die durch rhythmische Bewegungen vermittelten Botschaften des Publikums, d. h. ihre Reaktion auf die Musikauswahl, zu dekodieren und dieses Feedback zu interpretieren. 329 Es lässt sich festhalten, dass DJs zunehmend Besucher orientiert sein müssen. 330 Dies ist allerdings eine Kompetenz, die heutige DJs selten mitbringen: „Viele junge DJs machen sich gar keine Gedan- ken über das, was sie tun, und sie haben niemanden, der ihnen sagt, worauf es ankommt. Viele wissen z. B. gar nicht, wie man die Leute auf der Tanzfläche ‚liest‘.“ 331 Auch bei der Präsenta- tion von neuen Tracks unterlaufen vielen DJs Fehler. 332 Dies gilt hauptsächlich für den Anfang eines Veranstaltungsabends, bei dem DJs oftmals die besten Tracks direkt zu Beginn auflegen und dadurch keinen Stimmungsaufbau bzw. Flow 333 erzeugen. 334 Das Unwissen und diese In- kompetenz führt letztendlich zur Besucherunzufriedenheit und reduziert die Attraktivität eines Clubbesuchs. Die Zeiten sind vorbei, in denen die Persönlichkeit des DJs ein nicht-existenter Faktor beim Auflegen war, als diese früher den gesamten Abend lang nicht gesprochen haben – auch nicht zum Ankündigen des nächsten Tracks. 335 Das Publikum erwartet mittlerweile mehr Entertain- ment, d. h. DJs sind gefragt, hinter dem Mischpult zu tanzen, im Rhythmus die Hände zu klat- schen und den Kopf zu nicken sowie das Publikum durch Mikrofonansagen zu animieren. Der DJ und das Publikum sollen sich in einer wechselseitigen Beziehung des gegenseitigen „An- heizens“ befinden. 336 Er sollte mit seiner Person, dem Publikum und seinem Equipment eine Einheit bilden bzw. im Dialog stehen. 337 Während früher bei einer Veranstaltung oftmals die Musik dominierte und die Besucher verstreut im Raum getanzt haben, richten sie heute ihren 328 Vgl. Van Straten (2012), S. 70. 329 Vgl. Rietveld (2011), S. 9; Montano (2010), S. 414; Montano (2009), S. 82; Herman (2006), S. 22; Reighley (2000), S. 149; Hurley (2015), S. 74 f. führt dazu aus: „Deejaying nowadays involves reading and responding to the audience to an extent that, in its most sophisticated form, discern a “dialogic” relationship between deejay and audience.” 330 Vgl. McGregor, Gibson (2009), S. 286; Montano (2009), S. 91; Ankelmann (2000), S. 27; Waltmann (1998), S. 39. 331 Waltmann (1998), S. 39; ähnlich: Montano (2009), S. 90. 332 Vgl. Montano (2009), S. 88; Waltmann (1998), S. 39 f. 333 Vgl. Kapitel 2.1. 334 Vgl. Montano (2009), S. 84. 335 Vgl. Experteninterview 3 (Anhang 6); Herman (2006), S. 21; Stibal (1977), S. 84. 336 Vgl. Experteninterview 5 (Anhang 10); Rietveld (2011), S. 9; Montano (2010), S. 414; Kedves (2007), S. 36; Reighley (2000), S. 149 f.; Wildermann (2000), S. 40. Hall, Zukic (2013), S. 110 bezeichnen dies als „magical ability to work the crowd”. 337 Vgl. Nye (2011), S. 88; Mathei (2012), S. 32; Microbot (1999), S. 34.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjY5