Erfolgreich in der DJ Szene Deutschland

Ableitung von Erfolgsstrategien für DJs 61 Gegensatz zu Künstlern Autonomie einbüßen. 390 Es gilt somit der Leitsatz: „You learn better who you are, what you are, and how to better present that and present it creatively.” 391 Auf der anderen Seite prägt die Musik auch wieder die Persönlichkeit von DJs. Durch eine konsistente Art des Auflegens entwickeln sich DJs selbst weiter und werden so unverwechsel- bar. 392 Als DJ ist es im Sinne eines „learning by doing“ notwendig, einen eigenen Stil zu ent- wickeln, der ihm selbst zusagt und gleichzeitig etwas über ihn aussagt. 393 Deswegen empfiehlt die entsprechende Fachliteratur, dass DJs sich um eine stete Tätigkeit als Resident DJ bemühen sollten, denn nur das gibt ihnen – im Gegensatz zu wechselnden Veranstaltungen – die Mög- lichkeit, beim Auflegen zu experimentieren, sich weiterzuentwickeln und einen eigenen Stil zu etablieren. 394 In der Funktion als Resident DJ können sie auch Fans für sich und ihre Musik gewinnen. 395 Während die Mix-Techniken relativ schnell erlernt werden können, entsteht der unverwechselbare Musikgeschmack von DJs nur durch jahrelange und intensive Auseinander- setzung mit der elektronischen Musik. 396 Die technischen Errungenschaften machen es heutzu- tage einfacher, einen eigenen Musik-Stil zu entwickeln. 397 „Techno is about the individual – the individual and his or her entanglements with technology.” 398 Es lässt sich somit festhalten, dass ein wechselseitiges Austauschverhältnis zwischen der Per- sönlichkeit des DJs und der Musik, die er auflegt, bestehen sollte. Dies visualisiert Abbildung 21. Der durch die Persönlichkeit geprägte Musik-Stil ist eine Erfolgsstrategie im Hinblick auf die in Kapitel 4.3.1 dargestellte zunehmende Konkurrenz zwischen DJs. Zudem reduziert dies die in Kapitel 4.4.3 angesprochene Gefahr, von Veranstaltern als Jukebox gesehen zu werden. Ein unverwechselbarer Musik-Stil bietet zudem Identifikationspotenzial, was wiederum die in Kapitel 4.2.1.3 dargestellte Illoyalität der Besucher reduziert. Der Besuch eines Clubs mit ei- nem Resident DJ, der einen unverkennbaren und einzigartigen Musik-Stil auflegt, wird somit wieder interessanter und außergewöhnlicher, was dem in Kapitel 4.2.1.2 aufgezeigten Wunsch der Besucher nach Abwechslung und Erlebnissen gleichkommt. 390 Vgl. Reitsamer (2013), S. 159. 391 Vgl. Sicko (1999), S. 206. 392 Vgl. Reighley (2000), S. 78. 393 Vgl. Fikentscher (2013), S. 143; Karg (1998), S. 31; Koch (1995), S. 27. 394 Vgl. Rapp (2014), S. 21; Reitsamer (2013), S. 146; Reitsamer (2011), S. 32; Janson (2010), S. 18; Nies- wandt (2002), S. 133. Im Interview von Lux (2001), S. 50 wird dies mit dem Vergleich zur Vergangenheit folgendermaßen kontrastiert „Um als DJ Erfolg zu haben, hat es damals noch gelangt, wenn du ein paar Mal in den richtigen Clubs aufgelegt und einige Platten veröffentlicht hast.“ 395 Vgl. Waltmann (2000), S. 24 f.; Wildermann (2000), S. 40. 396 Vgl. Reitsamer (2013), S. 96. 397 Vgl. Reighley (2000), S. 199. 398 Sicko (1999), S. 206.

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